Collegicum Musicologicum - Gastvortrag, Federica Rovelli (Universität Pavia)
Modelle musikalischer Schaffensweisen. Epistemische Voraussetzungen genetischer Visualisierungen
- Veranstaltungsformat:
- Präsenzveranstaltung
- Veranstaltungsort:
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- Institut für Musikwissenschaft, Am Kupfergraben 5, R. 501
- Veranstalter:
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- Institut für Musikwissenschaft
“Modelle musikalischer Schaffensweisen. Epistemische Voraussetzungen genetischer Visualisierungen”
Musikalische Schaffensweisen werden in der Forschung häufig als Abfolgen unterscheidbarer Zustände, Phasen und dokumentarischer Zeugnisse rekonstruiert. Solche Modelle haben wesentlich dazu beigetragen, komplexe Überlieferungslagen zu ordnen und kompositorische Genesen nachvollziehbar zu machen. Zugleich geraten sie dort unter Spannung, wo sich Arbeitsdokumente als polyfunktional erweisen, Funktionen wechseln, frühere Zustände erneut relevant werden oder sich Prozesse nicht eindeutig in klar voneinander abgrenzbare Phasen gliedern lassen.
Der Vortrag untersucht die epistemischen Voraussetzungen narrativer wie visueller Modellierungen in vergleichender Perspektive. Ausgehend von ausgewählten Beschreibungs- und Klassifikationsmodellen wird gefragt, welche Einheiten, Relationen und zeitlichen Ordnungen als relevant erscheinen – und welche Folgen dies für Terminologie und Vergleichbarkeit insgesamt haben kann. Besonders deutlich treten solche Voraussetzungen dort hervor, wo Prozessmodelle graphisch expliziert werden. An ausgewählten Visualisierungen wird daher untersucht, ob veränderte Darstellungsformen auch veränderte Prozessmodelle hervorbringen oder ob trotz erheblicher graphischer und technischer Unterschiede ähnliche epistemische Grundannahmen fortbestehen. Abschließend werden alternative Modellierungen erprobt, die von anderen Ausgangseinheiten ausgehen. Ziel ist nicht ein neues Universalmodell, sondern die Voraussetzungen genetischer Modellbildung sichtbar zu machen und zu prüfen, wie sich kompositorische Prozesse vergleichend beschreiben lassen, ohne historische Differenzen einzuebnen.
Federica Rovelli ist Associate Professor für Musikwissenschaft am Dipartimento di Musicologia e Beni Culturali der Universität Pavia. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der musikalischen Philologie, der genetischen Kritik, der Editionswissenschaft und den Digital Humanities. Ein besonderes Interesse ihrer Forschung gilt Beethoven und der Untersuchung musikalischer Schaffensweisen. Von 2012 bis 2014 war sie als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung am Beethoven-Haus Bonn tätig, von 2014 bis 2018 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Akademienprojekt Beethovens Werkstatt. 2019 war sie Visiting Scholar an der Boston University; seit 2019 ist sie Research Assistant an der Harvard University. Sie ist associée étrangère am ITEM in Paris und Mitglied des CNRS International Research Network Les ateliers de la création. Seit 2025 leitet sie die IMS Study Group Comparative Perspectives on Genetic Criticism.
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung
Veranstaltungsort:
Institut für Musikwissenschaft, Am Kupfergraben 5, R. 501
Raum 501
Am Kupfergraben 5
10117 Berlin
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Veranstalter:
Institut für Musikwissenschaft
Kontaktperson:
Penelope Braune
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft
030 2093-2062
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